Hallo meine lieben Blogger-Freunde,
damit ihr endlich mal wieder was von mir hört, nutz ich meinen Feierabend heute mal nicht zum Lesen, sondern melde mich mal wieder aus dem Schicht-Alltag.
Derzeit lese ich das Buch "Abgezockt und totgepflegt" von Markus Breitscheidel.
In der Pflegebranche ist dieses Buch schon seit Jahren im Umlauf. Jetzt hab ich es auch endlich mal geschafft es mir zu bestellen und verbringe jeden Abend damit, mich durch die knallharten Erlebnisse im Pflegealltag von Herrn Markus Breitscheidel zu lesen. Natürlich lasse ich euch nicht auf dem trockenen sitzen und gebe euch eine Review zu dem Buch, wenn ich es fertig gelesen habe.
Aber mal ehrlich: Pflege/Altenpflege und so weiter war bisher doch immer ein Tabu-Thema.
Ich kenne nur wenige Menschen, die damit wirklich umgehen können und die auch offen über solche Themen reden können, abgesehen von Kollegen, die aus dieser Branche kommen und auch tätig sind.
Ich bin seit 5 Jahren in der Altenpflege tätig und habe schon so einiges gesehen und erlebt. Es gab natürlich viele schöne Momente und auch viele schreckliche Erlebnisse.
Immer wieder wenn man sich mit Freunden oder Bekannten unterhält kommt der Satz: "Das könnte ich nicht"
Aber was können diese Leute nicht?
Einen alten Menschen in seinem Lebensabend täglich begleiten?
Den alten Menschen betreuen, versorgen, pflegen?
Dem alten Menschen Essen reichen, oder ihn waschen, oder ihm die Windeln wechseln?
Viele Menschen bringen das Thema Altenpflege immer mit dem Wechseln von Windeln oder ich zitiere "den Hintern abwischen", in Verbindung.
Aber hey, Altenpflege bedeutet nicht nur Windeln wechseln und Intimpflege. Natürlich ist das ein großer Bestandteil, des Pflegealltags.
Aber hauptsächlich in der Pflege lernt man viele Menschen und deren Geschichten kennen.
Jeder alte Mensch hat sein Leben gelebt, er hat eine Geschichte, er ist seine eigene Geschichte.
Alt sein ist oft begleitet von krank sein.
Leider gibt es immer häufiger Menschen, die so schwer krank sind, dass sie bereits in jüngeren Jahren Pflege benötigen.
Doch um mal zum Ursprung zurückzukommen: Was machen Altenpfleger überhaupt?
Altenpfleger sind zuständig für die Körperpflege der Pflegebedürftigen.
Darunter zählt bspw. das Waschen, Baden, Duschen,Hautpflege, Ankleiden, Mundpflege, Intimpflege etc.
Je nachdem wie viel Hilfe ein Pflegebedürftiger benötigt.
Altenpfleger kümmern sich darum, dass der Pflegebedürftige je nach körperlichen, geistigen oder Krankheitszustand so gut wie möglich versorgt ist. Außerdem gehört dazu, die regelmäßige Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit, mit den vom Arzt verordneten Medikamenten und so weiter.
Kommunikation und Zusammenarbeit mit Ärzten, Sanitätshäusern, Therapeuten, Angehörigen und vielen anderen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.
Auch die Freizeitgestaltung gehört dazu und noch viele weitere Aufgaben.
Altenpflege ist kein einfacher Beruf, das gebe ich zu, aber es gibt neben all dem Leid, was man täglich sieht auch so schöne Momente, die einem immer wieder zeigen, dass man den richtigen Beruf gewählt hat.
Heute bspw. habe ich im Spätdienst zum Abendbrot eine CD mit alten deutschen Schlagern eingelegt um die getrübte Stimmung ein wenig aufzulockern. Und wie aus Zauberhand fingen einige der Pflegebedürftigen an mit zu singen und im Takt zu klatschen. Einer nach dem anderen wurde angesteckt bis zum Schluss alle mit sangen und klatschten. Diese strahlenden Gesichter und das herzhafte Lachen, wenn jemand etwas zu früh gesungen hatte oder sich versungen hatte...es war einfach toll. Ich mache gerne Faxen mit den alten Menschen, und das kommt bisher auch immer gut an.
So schnell und einfach konnte man den trüben Alltag etwas aufhellen und die Pflegebedürftigen genossen dies in vollen Zügen.
Natürlich gibt es auch die eher nicht so tollen Dinge im Pflegeberuf.
Die mangelnde Zeit, die gesetzlichen Gegebenheiten, die begrenzten finanziellen Mittel,die Unzufriedenheit mancher Pflegebedürftigen, die überarbeiteten Mitarbeiter, das Missverständniss der Angehörigen oder Außenstehenden.
Alles Dinge, die man nicht verleugnen kann, die den Pflegealltag wirklich erschweren.
Aber warum ist Altenpflege immer schon ein Tabu-Thema?
Schon immer war es für Menschen schwer, sich mit Krankheit und Tod auseinander zu setzen, aber gehört, bitter, aber wahr, zum Leben dazu. Jeder Mensch wird einmal sterben. Die einen früher, die anderen später. Die einen friedlich, die anderen durch Krankheit, mehr oder weniger qualvoll.
Der heutige Stand der Medizin, kann vieles verhindern, erleichtern oder hinauszögern.
Medikamente, Therapien, lebenserhaltende Maßnahmen.
Und doch wird jeder sterben.
Es fängt meist schon an, bei der Vorsorge. Welche Familie, egal in welchem Verhältnis zueinander, redet denn offen über Vorsorge im Krankheitsfall oder im Alter? Wer redet offen, über das, was vor und nach dem Tod ist? Ich kenne keinen. Und das ist wirklich sehr schade. Natürlich ist es ein unangenehmes Thema und niemand möchte, dass die engsten Angehörigen oder Liebsten ein Pflegefall werden oder sterben. Doch noch schlimmer ist es, wenn man nicht über Wünsche spricht. Welcher Schwerst-Pflegebedürftige kann denn noch sagen, dass er nicht über eine Magensonde ernährt werden möchte? Wer kann denn noch sagen, dass er nicht beatmet werden möchte?
Oft ist es auch so, dass Angehörige dann entscheiden, was medizinisch gemacht wird.
Meine lieben Leser, ich lege euch eins ans Herz, ihr dürft das nicht unter den Tisch fallen lassen!
Egal ob Oma, Opa, Mama, Papa oder gar ihr selbst.
Vorsorge ist alles und es darf kein Tabu-Thema sein!
Für genauere Informationen belest euch in dem folgenden Link und seid nicht scheu, eure Angehörigen darauf anzusprechen.
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsrecht
damit ihr endlich mal wieder was von mir hört, nutz ich meinen Feierabend heute mal nicht zum Lesen, sondern melde mich mal wieder aus dem Schicht-Alltag.
Derzeit lese ich das Buch "Abgezockt und totgepflegt" von Markus Breitscheidel.
In der Pflegebranche ist dieses Buch schon seit Jahren im Umlauf. Jetzt hab ich es auch endlich mal geschafft es mir zu bestellen und verbringe jeden Abend damit, mich durch die knallharten Erlebnisse im Pflegealltag von Herrn Markus Breitscheidel zu lesen. Natürlich lasse ich euch nicht auf dem trockenen sitzen und gebe euch eine Review zu dem Buch, wenn ich es fertig gelesen habe.
Ich kenne nur wenige Menschen, die damit wirklich umgehen können und die auch offen über solche Themen reden können, abgesehen von Kollegen, die aus dieser Branche kommen und auch tätig sind.
Ich bin seit 5 Jahren in der Altenpflege tätig und habe schon so einiges gesehen und erlebt. Es gab natürlich viele schöne Momente und auch viele schreckliche Erlebnisse.
Immer wieder wenn man sich mit Freunden oder Bekannten unterhält kommt der Satz: "Das könnte ich nicht"
Aber was können diese Leute nicht?
Einen alten Menschen in seinem Lebensabend täglich begleiten?
Den alten Menschen betreuen, versorgen, pflegen?
Dem alten Menschen Essen reichen, oder ihn waschen, oder ihm die Windeln wechseln?
Viele Menschen bringen das Thema Altenpflege immer mit dem Wechseln von Windeln oder ich zitiere "den Hintern abwischen", in Verbindung.
Aber hey, Altenpflege bedeutet nicht nur Windeln wechseln und Intimpflege. Natürlich ist das ein großer Bestandteil, des Pflegealltags.
Aber hauptsächlich in der Pflege lernt man viele Menschen und deren Geschichten kennen.
Jeder alte Mensch hat sein Leben gelebt, er hat eine Geschichte, er ist seine eigene Geschichte.
Alt sein ist oft begleitet von krank sein.
Leider gibt es immer häufiger Menschen, die so schwer krank sind, dass sie bereits in jüngeren Jahren Pflege benötigen.
Doch um mal zum Ursprung zurückzukommen: Was machen Altenpfleger überhaupt?
Altenpfleger sind zuständig für die Körperpflege der Pflegebedürftigen.
Darunter zählt bspw. das Waschen, Baden, Duschen,Hautpflege, Ankleiden, Mundpflege, Intimpflege etc.
Je nachdem wie viel Hilfe ein Pflegebedürftiger benötigt.
Altenpfleger kümmern sich darum, dass der Pflegebedürftige je nach körperlichen, geistigen oder Krankheitszustand so gut wie möglich versorgt ist. Außerdem gehört dazu, die regelmäßige Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit, mit den vom Arzt verordneten Medikamenten und so weiter.
Kommunikation und Zusammenarbeit mit Ärzten, Sanitätshäusern, Therapeuten, Angehörigen und vielen anderen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.
Auch die Freizeitgestaltung gehört dazu und noch viele weitere Aufgaben.
Altenpflege ist kein einfacher Beruf, das gebe ich zu, aber es gibt neben all dem Leid, was man täglich sieht auch so schöne Momente, die einem immer wieder zeigen, dass man den richtigen Beruf gewählt hat.
Heute bspw. habe ich im Spätdienst zum Abendbrot eine CD mit alten deutschen Schlagern eingelegt um die getrübte Stimmung ein wenig aufzulockern. Und wie aus Zauberhand fingen einige der Pflegebedürftigen an mit zu singen und im Takt zu klatschen. Einer nach dem anderen wurde angesteckt bis zum Schluss alle mit sangen und klatschten. Diese strahlenden Gesichter und das herzhafte Lachen, wenn jemand etwas zu früh gesungen hatte oder sich versungen hatte...es war einfach toll. Ich mache gerne Faxen mit den alten Menschen, und das kommt bisher auch immer gut an.
So schnell und einfach konnte man den trüben Alltag etwas aufhellen und die Pflegebedürftigen genossen dies in vollen Zügen.
Natürlich gibt es auch die eher nicht so tollen Dinge im Pflegeberuf.
Die mangelnde Zeit, die gesetzlichen Gegebenheiten, die begrenzten finanziellen Mittel,die Unzufriedenheit mancher Pflegebedürftigen, die überarbeiteten Mitarbeiter, das Missverständniss der Angehörigen oder Außenstehenden.
Alles Dinge, die man nicht verleugnen kann, die den Pflegealltag wirklich erschweren.
Aber warum ist Altenpflege immer schon ein Tabu-Thema?
Schon immer war es für Menschen schwer, sich mit Krankheit und Tod auseinander zu setzen, aber gehört, bitter, aber wahr, zum Leben dazu. Jeder Mensch wird einmal sterben. Die einen früher, die anderen später. Die einen friedlich, die anderen durch Krankheit, mehr oder weniger qualvoll.
Der heutige Stand der Medizin, kann vieles verhindern, erleichtern oder hinauszögern.
Medikamente, Therapien, lebenserhaltende Maßnahmen.
Und doch wird jeder sterben.
Es fängt meist schon an, bei der Vorsorge. Welche Familie, egal in welchem Verhältnis zueinander, redet denn offen über Vorsorge im Krankheitsfall oder im Alter? Wer redet offen, über das, was vor und nach dem Tod ist? Ich kenne keinen. Und das ist wirklich sehr schade. Natürlich ist es ein unangenehmes Thema und niemand möchte, dass die engsten Angehörigen oder Liebsten ein Pflegefall werden oder sterben. Doch noch schlimmer ist es, wenn man nicht über Wünsche spricht. Welcher Schwerst-Pflegebedürftige kann denn noch sagen, dass er nicht über eine Magensonde ernährt werden möchte? Wer kann denn noch sagen, dass er nicht beatmet werden möchte?
Oft ist es auch so, dass Angehörige dann entscheiden, was medizinisch gemacht wird.
Meine lieben Leser, ich lege euch eins ans Herz, ihr dürft das nicht unter den Tisch fallen lassen!
Egal ob Oma, Opa, Mama, Papa oder gar ihr selbst.
Vorsorge ist alles und es darf kein Tabu-Thema sein!
Für genauere Informationen belest euch in dem folgenden Link und seid nicht scheu, eure Angehörigen darauf anzusprechen.
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsrecht




